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Erdgas für die Schifffahrt

Das erste Kreuzfahrtschiff mit vollständigem LNG-Antrieb wurde mit dem Innovationspreis der deutschen Gaswirtschaft geehrt.

Mit der AIDAnova hat die Reederei AIDA Cruises das weltweit erste Kreuzfahrtschiff, das vollständig mit flüssigem Erdgas (LNG) betrieben werden kann, am 19. Dezember 2018 in See stechen lassen. „Mit der Jungfernfahrt macht Deutschland einen großen Schritt hin zur grünen Schifffahrt“, sagt Norbert Brackmann, Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft. Drei Jahre nach der Entscheidung für den Bau der AIDAnova wurde das neue Flottenmitglied am 18. Oktober 2018 das erste Mal betankt. Im niederländischen Eemshaven befüllte das Tankschiff „Cardissa“ die drei Spezialtanks mit insgesamt rund 3.500 Kubikmetern LNG. Zwei der Tanks haben jeweils eine Länge von knapp 35 Metern, einen Durchmesser von acht Metern und ein Fassungsvolumen von je 1.550 Kubikmetern. Ein dritter, kleinerer Tank misst fünf Meter Durchmesser und eine Länge von 28 Metern mit einem Fassungsvolumen von etwa 520 Kubikmetern. Mit einer vollen Tankfüllung kann die AIDAnova bis zu zwei Wochen fahren, berichtet die Reederei. Die Emissionen von Feinstaub und Schwefeloxiden werden dabei nahezu vollständig vermieden und der Ausstoß von Stickoxiden und CO2 verringere sich nachhaltig. Wie Zukunft ERDGAS e.V. angibt, entfallen auf die Schifffahrt zwar nur drei Prozent der weltweiten CO2-Emissionen, dafür aber rund 15 Prozent der globalen Stickoxid- und 13 Prozent der Schwefeldioxidemissionen. „Das Schiff ist ein Symbol für mehr Umweltschutz im Seeverkehr und ein Vorreiter einer ganzen Branche“, kommentiert Dr. Timm Kehler, Vorstand von Zukunft ERDGAS, den Stapellauf der AIDAnova am 21. August 2018. Die nachhaltige Gestaltung des Seeverkehrs ist eines der zentralen Ziele der Maritimen Agenda 2025 (siehe unten) der Bundesregierung.

Das weltweit erste Kreuzfahrtschiff mit vollständigem LNG-Antrieb erhielt am 31. August 2018 seinen Namen: AIDAnova. Foto: Franziska Krug/Getty Images for AIDA Cruises

Nicht zuletzt hatte die internationale Schifffahrtsorganisation (IMO) neue Grenzwerte für Schadstoffemissionen von Schiffen festgelegt, die ab 2020 gelten. Demnach soll der weltweit maximal zulässige Wert für den Schwefelgehalt dann auf 0,5 Prozent beschränkt sein. Aktuell können Schweröle, die von Schiffen verwendet werden, noch einen Schwefelgehalt von 3,5 Prozent aufweisen. „Eine deutlich umweltfreundlichere und sofort verfügbare Alternative zu den Schifffahrtstreibstoffen Schweröl und Marinediesel ist LNG – der sauberste fossile Brennstoff. Und der einzige, der durch den Einsatz von Biogas und synthetischem Erdgas selbst kontinuierlich grüner wird“, erklärt Kehler.

Zehn Jahre Fokus auf LNG

Immer mehr Akteure haben den Nachholbedarf in Sachen Klimaschutz erkannt, wie Zukunft ERDGAS herausstellt: Neben AIDA Cruises satteln auch andere Reedereien auf LNG-Antrieb um. Die deutsche Meyer Werft verzeichne derzeit über ein Dutzend LNG-Cruiseliner in ihren Auftragsbüchern. „Wir begrüßen den Trend in Richtung einer emissionsarmen Schifffahrt mit LNG. So können Reedereien ihre Umweltbilanz schlagartig verbessern und zu mehr Klimaschutz auf unseren Weltmeeren beitragen. Derzeit erfolgt 90 Prozent des globalen Handels auf dem Seeweg. Mit wachsendem Welthandel werden auch der Schiffsverkehr und die Nachfrage nach umweltfreundlichen Schiffen zunehmen“, ist sich Kehler sicher.

Nach eineinhalb Jahren Bauzeit wurde die AIDAnova am 31. August 2018 feierlich getauft. In ihrer Premierensaison bereist der Kreuzer nun seit Mitte Dezember 2018 auf siebentägigen Kreuzfahrten die Inselwelten der Kanaren und Madeira. Bis 2023 sollen zwei weitere AIDA Schiffe dieser neuen Generation in der Meyer Werft in Papenburg gefertigt werden – der Geburtsstätte der AIDAnova. Mit dem Ausbau ihrer LNG-Flotte in ihrem Mobilitätskonzept „Green Cruising“ unterstreicht AIDA Cruises einen bereits jahrelangen Fokus auf emissionsarme Schifffahrt. „Wir beschäftigen uns bereits seit zehn Jahren mit der Nutzung von LNG in der Kreuzschifffahrt und leisten Pionierarbeit auf diesem Gebiet“, erklärt die Reederei in ihrem Nachhaltigkeitsbericht 2018. Im Jahr 2011 wurden mit der AIDAprima und AIDAperla bereits die ersten Kreuzfahrtschiffe der Welt in Auftrag gegeben, die während der Hafenliegezeit mit LNG betrieben werden können. Mit der AIDAnova ist AIDA Cruises ein weiter Schritt in Richtung klimafreundliche Schifffahrt gegangen. (vb)

Maritime Agenda 2025 – Nachhaltigkeit im Seeverkehr

Die Maritime Agenda 2025 wurde am 11. Januar 2017 vom Bundeskabinett beschlossen und stellt eine ressortübergreifende Strategie der Bundesregierung für eine langfristige Stärkung der Schifffahrt in Deutschland dar. Die Agenda enthält einen Maßnahmenkatalog für neun Handlungsfelder in der maritimen Wirtschaftspolitik. Neben dem Schwerpunktbereich Digitalisierung setzt sich die Bundesregierung hier für die Einführung klimafreundlicher Kraftstoffe und Antriebstechnologien für Schiffe ein und fördert diese. Gleichzeitig sieht die Maritime Agenda vor, Regelungen zum Umweltschutz auf internationaler Ebene zu entwickeln, um Wettbewerbsverzerrungen in der Branche zu vermeiden. Gefördert wird die maritime Forschung, Entwicklung und Innovation vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi).

Kontakt: AIDA Cruises – German Branch of Costa Crociere S.p.A., 18055 Rostock, Tel. +49 (0)381/20 27 06 00, info@aida.de