Slider

Forderungen für eine norddeutsche Wasserstoffstrategie

09.08.2019

„Norddeutschland sollte seine großartigen Chancen ergreifen und die Wasserstoffwirtschaft nutzen, um das bestehende Süd-Nord-Gefälle abzubauen.“ Mit diesen Worten hat die Vorsitzende der IHK Nord, Friederike C. Kühn, Anfang August 2019 das Positionspapier zum Thema Wasserstoff der IHK Nord vorgestellt. Die Industrie- und Handelskammer fordert darin die norddeutschen Bundesländer auf, die Region als Vorreiter der Wasserstofftechnologie zu positionieren und den Aufbau einer funktionierenden Wasserstoffwirtschaft zu befördern.

In ihrem Positionspapier stellt die IHK Nord die Einsatzmöglichkeiten von Wasserstoff als vielfältig über Industrie, Energie, Wärme und Landwirtschaft verteilt dar und sieht den Rohstoff als wichtigen Baustein zur emissionsfreien Mobilität. So fordert der Verband die norddeutschen Bundesländer etwa auch auf, die für Elektro-LKW bis zunächst 2021 geltenden sowie für CNG- und LNG-LKW befristet eingeführte zweijährige Mautbefreiung explizit auf Brennstoffzellen-LKWs auszuweiten. Auch sollte der IHK nach die Brennstoffzellenmobilität mit der batterieelektrischen Mobilität in Bezug auf die Anrechnung auf die THG-Minderungsziele und Flottenemissionsziele gleichgestellt werden. Bund, Länder, Städte, Kommunen und Landkreise sollten überdies neben der batterieelektrischen E-Mobilität auch die Brennstoffzellentechnologie für Fuhrparks berücksichtigen und den Wasserstoff-Tankstellenausbau fördern.

Die IHK Nord unterstreicht zudem die Rolle von Wasserstoff als Energiespeicher. Der Verband sieht die Betreiber der insbesondere in Norddeutschland vorhandenen Kavernenspeicher als Förderziel. Sie sollten demnach dabei unterstützt werden, die Kavernenspeicher für die Wasserstoffspeicherung zu ertüchtigen und die vorhandenen Gasnetze wasserstofffest zu machen.

Neben Forderungen nach Ausbau und Förderung betont der Verband aber auch, dass regulatorische Vorgaben Anlagen zur Wasserstofferzeugung von der EEG-Umlage künftig ausnehmen sollen und der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien nicht nur politisch forciert, sondern auch mit dem Bau von Elektrolyseuren mit Speichermöglichkeiten verbunden wird. Dazu fordert die IHK Nord nicht zuletzt den Aufbau von Know-how in einem norddeutschen Cluster sowie in Hochschulen und Forschungseinrichtungen der Region, die dafür bei Forschungsaktivitäten in diesem Bereich substanziell gefördert werden sollten.

Das Positionspapier im Detail finden Sie hier zum Download. (vb)

www.ihk-nord.de