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Forschung zur Methanpyrolyse im industriellen Maßstab

29.10.2019

Die Methanpyrolyse bietet eine Möglichkeit, Wasserstoff aus Erdgas herzustellen. Die Besonderheit an dem Verfahren liegt in dessen CO2-Emissionen: „Die direkte thermische Spaltung von Methan und anderen Kohlenwasserstoffen erfolgt ohne direkten Ausstoß von Kohlendioxid“, erklärt Professor Thomas Wetzel vom Institut für Verfahrenstechnik des KIT. Er uns seine Forschungsgruppe entwickelten dafür zusammen mit dem Institute of Advanced Sustainability Studies e.V. in Potsdam die Methanpyrolyse, bei der Methan in einem mit Flüssigmetall befüllten Blasensäulenreaktor kontinuierlich in seine Bestandteile zerlegt wird, nämlich in Wasserstoff und festen Kohlenstoff. Der Kohlenstoff kann als Reinstoff in fester Form gelagert und in vielen industriellen Bereichen genutzt werden. Der Wasserstoff wiederum lässt sich als sauberer Energieträger im Strom-, Wärme- und Mobilitätsbereich verwenden oder in industriellen Prozessen einsetzen.

Nun wollen das KIT und der Industriepartner Wintershall Dea die Methanpyrolyse in einem gemeinsamen und zunächst auf drei Jahre angelegten Projekt in den industriellen Maßstab überführen. „Es gibt weltweit große Mengen Erdgas und es gibt die Möglichkeit, dieses Erdgas klimaneutral nutzbar zu machen. Wie wir das technisch effizient umsetzen und später auch für große Gasmengen einsetzen können wollen wir in diesem Forschungsprojekt untersuchen“, erklärt Wetzel. Die Forschung von KIT und dem Institute of Advanced Sustainability Studies zur Methanpyrolyse wurde bereits 2008 mit dem Innovationspreis der Deutschen Gaswirtschaft ausgezeichnet und erhielt ebenso den Publikumspreis bei der Zukunftswerkstatt ERDGAS 2018 der Brancheninitiative Zukunft ERDGAS. (vb)

www.enerige.kit.edu