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HanseWerk plant Wasserstoff-Projekte im zweistelligen Millionenbereich

25.11.2019

Die HanseWerk-Gruüüe plant im gesamten Norden Projekte und Feldtests, um das Klimaschutzpotenzial von Wasserstoff weiter voranzubringen. Laut Unternehmen soll dazu ein zweistelliger Millionenbetrag investiert werden. Für Hamburg hat die HanseWerk-Tochter HanseWerk Natur bereits konkret ein Leuchtturmprojekt geplant, bei dem ein Blockheizkraftwerk mit einem Megawatt elektrischer Leistung komplett auf Basis von grünem Wasserstoff betrieben werden soll. Hierzu hat Matthias Boxberger Mitte November 2019 eine entsprechende Vereinbarung mit dem Lösungsanbieter von Gasmotoren INNIO unterzeichnet.

Darüber hinaus hat HanseWerk als Gründungsmitglied der Initiative „Norddeutsches Reallabor“, einen Zuschlag im Ideenwettbewerb „Reallabore der Energiewende“ vom Bundeswirtschaftsministerium erhalten. Das eingereichte Konzept von HanseWerk sieht vor, mit einer Elektrolyseanlage Wasserstoff aus grünem Strom für einen Hamburger Industriepartner zu produzieren und die Anlage zudem systemdienlich einzusetzen. Durch die Produktion des regenerativen Wasserstoffs sollen circa 17.000 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr gegenüber der konventionellen Wasserstoffproduktion aus Erdgas eingespart werden. Die geplante Anlage soll so ausgelegt werden, dass sie die wachsende industrielle Nachfrage im Hamburger Hafen sowie den steigenden Bedarf für Mobilitätsanwendungen bedienen kann.

Außerdem wird HanseWerk nach eigenen Angaben im Rahmen des „Norddeutschen Reallabors“ die Machbarkeit der Umrüstung eines eigenen großen Erdgasspeichers auf Wasserstoff untersuchen. Der Speicher liegt in Kraak bei Schwerin und verfügt über vier große Kavernen. Zudem ist in diesem Förderprojekt geplant, die Power-to-Gas-Anlage in Hamburg-Reitbrook um eine nicht-öffentliche Tankstelle sowie um eine Wasserstofftrailer-Abfüllanlage zu erweitern. Die Anlage soll insbesondere den wachsenden Bedarf im Bereich der Mobilität im Hamburger Umland bedienen.

In diesem Sommer hat die HanseWerk-Tochter Schleswig-Holstein Netz in Brunsbüttel die erste Einspeiseanlage für grünen Wasserstoff in Schleswig-Holstein in Betrieb genommen. Die Investitionskosten für die Einspeiseanlage lagen laut Unternehmen bei rund 4,5 Millionen Euro. Der Wasserstoff aus einer 2,4 MW Power-to-Gas-Anlage (PtG) wird in das 70 Bar-Netz der Schleswig-Holstein Netz AG eingespeist. Aktuell beteiligt sich HanseWerk an einem Wasserstoff-Feldtest der Schwestergesellschaft Avacon in Sachsen-Anhalt. Hierbei wird eine 20-prozentige Wasserstoff-Beimischung in das Erdgasnetz in der Praxis getestet. Der Versuch soll zeigen, dass Wasserstoff zu einem deutlich höheren Prozentsatz als heute im technischen Regelwerk vorgesehen in ein existierendes Gasnetz eingespeist werden kann. Zusätzlich prüft die HanseWerk-Gruppe die Umrüstung eines kleinen Erdgasnetzes in Mecklenburg-Vorpommern auf 100 Prozent Wasserstoffbetrieb. Der grüne Wasserstoff soll hierbei in einer kundeneigenen P2G-Anlage erzeugt werden, während die Wasserstoffeinspeisung sowie den Betrieb des Wasserstoffnetzes durch die HanseWerk-Gruppe erfolgt. (vb)

www.hansewerk.com