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Künstliche Intelligenz: Start-up will Heizung effizienter machen

22.11.2019

Nach einer Studie des Bundesverbands der Deutschen Heizungsbauer laufen zwei Drittel der deutschen Heizungsanlagen nicht effizient. Mit dem Projekt KI-Nergy will das Hamburger Start-up ENER-IQ GmbH eine Künstliche Intelligenz für Heizungen entwickeln, um deren Emissionen zu senken. „Bei den meisten Heizungen gibt es keine Sensoren. Passen beispielsweise die Schaltzustände nicht, müssen das bislang Fachleute überprüfen. Wir wollen, dass Sensoren und eine Künstliche Intelligenz das herausfinden“, erklärt Mitgründer Sven Rausch die Idee des Start-ups. Der Grund: Eine fehlerhafte Programmierung, defekte oder falsch montierte Bauteile erhöhen den Energieverbrauch bei gleichbleibender Wärmeleistung. Das Zusammenspiel können aber oft nur Spezialisten erkennen. „Grob geschätzte 50 Millionen Heizanlagen in Deutschland händisch zu überprüfen, ist allerdings unmöglich“, stellt Rausch heraus. Mit KI könnten zumindest deutlich mehr Anlagen als bisher auf ihre Effizienz untersucht werden.

Um eine entsprechende Software zu entwickeln, willl ENER-IQ zusammen mit dem Energieberatungsunternehmen SEnerCon und der Universität Würzburg in dem Forschungsprojekt 20 Anlagen überprüfen und auswerten. Projektpartner, wie etwa die Vermieter von Mehrfamilienhäusern, stellen diese zur Verfügung. Sie verpflichten sich damit, auch Empfehlungen der KI oder der beteiligten Forscher umzusetzen. Mit den gewonnenen Daten soll dann die Software angelernt werden, welche künftig selbst Effizienzverluste meldet. „Unsere Ingenieure können die Effizienz einer Heizanlage um zehn, 15 Prozent steigern. Diese Größenordnung würden wir gerne auch mit unserer KI erreichen. Die größten Herausforderungen bestehen darin, unser langjähriges Expertenwissen in Algorithmen zu überführen – und dass jede Heizungsanlage ein Unikat ist“, sagt Mitgründer Günter Wolter.

Das Projekt soll bis 2023 laufen und wird vom Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen des 7. Energieforschungsprogramms gefördert. „Wir würden uns wünschen, dass die Hersteller von Heiztechnik künftig mehr Sensoren verbauen – das würde die Überprüfung deutlich günstiger machen“, erklärt Rausch. Langfristig könnte die KI auch für andere Anwendungszwecke angepasst werden, etwa um größere Wärmenetze oder kleinere Anlagen zu überprüfen, so der ENER-IQ-Mitgründer. (vb)

www.eneriq.com