Slider

LNG-to-Power: Siemens erhält Großauftrag für Projekt in Brasilien

08.04.2019

Für das integrierte LNG-to-Power-Projekt im Hafen von Açu im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro hat die Siemens AG den Auftrag zur schlüsselfertigen Errichtung eines neuen Gas- und Dampfturbinen (GuD)-Kraftwerks erhalten – nebst langfristigem Serviceauftrag zum Betrieb, der Fernüberwachung und -diagnose sowie Wartung. Das Projekt wird von der Projektgesellschaft Gás Natural Açu (GNA) unter dem Namen GNA 1 koordiniert. Siemens übernimmt darin eine Kapitalbeteiligung und hält zudem ein Drittel an der GNA. Weitere Anteilseigner der Projektgesellschaft sind das brasilianische Logistikunternehmen Prumo und BP. Das gesamte Projektvolumen für GNA 1 umfasst laut Siemens rund eine Milliarde Euro.

Im Hafen von Açu entsteht der größte thermische Kraftwerkskomplex in Lateinamerika – Siemens errichtet dafür unter anderem ein 1,3 GW-Gas- und Dampfturbinenkraftwerk. Foto: GNA

Das Kraftwerk mit einer Leistung von 1,3 GW soll bezahlbare und saubere elektrische Energie für Brasilien liefern. Die Leistung von GNA 1 reiche dabei aus, um Strom für eine Stadt mit bis zu vier Millionen Einwohnern zu liefern. Mit dem Bau der Anlage wurde bereits 2018 begonnen, der Betriebsbeginn ist für Anfang 2021 geplant, wie Siemens mitteilt. Zum Projekt gehört neben der 1,3 GW-Anlage ein Terminal zum Import und zur Regasifizierung von LNG sowie ein Umspannwerk und eine Stromübertragungsleitung, die das Kraftwerk mit dem Netz verbindet. Die Errichtung des GuD-Kraftwerks erfolgt im Konsortium mit dem brasilianischen Bauunternehmen Andrade Gutierrez. Für das Kraftwerk kommen Siemens-H-Klasse Gasturbinen zum Einsatz und zusätzlich eine Dampfturbine, vier Generatoren, ein Abhitzekessel sowie Leittechnik, deren gesamte Lieferverantwortung bei Siemens liegt. “Unser Engagement bei GNA unterstreicht unser Bekenntnis zu neuen Geschäftsstrategien, mit denen wir die sich weiter entwickelnden Anforderungen eines herausfordernden Energiemarktes adressieren“, kommentiert Lisa Davis, CEO Siemens Gas and Power und Mitglied des Vorstands der Siemens AG.

Das Bild zeigt ein Modell des Gas- und Dampfturbinen (GuD)-Kraftwerks GNA 1 im Hafen von Açu in Brasilien. Foto: GNA

Die mit LNG betriebene GuD-Anlage GNA 1 soll eines der effizientesten thermischen Kraftwerke in Lateinamerika werden und stellt den ersten Schritt des Komplexes Port of Açu dar, der sowohl für den Empfang, die Verarbeitung, den Verbrauch und den Transport von Erdgas aus den Becken Campos und Santos, als auch für den Import und die Lagerung von LNG eine Logistiklösung bereitstellen soll. Der Anlagen-Komplex im Port of Açu mit einer Gesamtleistung von 3 GW wird nach Auskunft von Siemens nicht nur der größte thermische Kraftwerkskomplex in Lateinamerika, sondern soll in einer zweiten Projektphase noch um weitere thermische Kraftwerke ausgebaut werden, nachdem GNA bereits die Genehmigung für eine Stromerzeugungsleistung von bis zu 6,4 GW erhalten hat. (vb)

www.siemens.com