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Methanol aus Hüttengas: Pilotanlage in Betrieb genommen

07.08.2019

Im vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbundprojekt Carbon2Chem ist im Juli 2019 eine Methanol-Pilotanlage in Oberhausen in Betrieb gegangen, die das Hüttengas aus der Stahlproduktion als Rohstoffquelle für die chemische Industrie erschließen soll. Methanol gilt als eines der potenziellen Produkte, das aus Hüttengas hergestellt werden kann und vielseitig als Basischemikalie oder synthetischer Kraftstoff einsetzbar ist. Methanol besteht aus Kohlenstoffmonoxid und Kohlendioxid sowie Wasserstoff. Aus dem Hüttengas wird in der Carbon2Chem-Pilotanlage der für das Methanol notwendige Kohlenstoff gewonnen.

Im September 2018 ging der Laborversuch der jetzigen Pilotanlage voraus: Im Technikum am Stahlwerk Duisburg erzeugte das Projektkonsortium um das Fraunhofer UMSICHT erstmals Methanol aus Hüttengas. In der nun im Betrieb befindlichen Pilotanlage in Oberhausen werden verschiedene Versuche durchgeführt, um die Produktion von Methanol aus Hüttengas aus der Stahlproduktion verfahrenstechnisch simulieren zu können. Diese Modellierung ist nach Angaben des Fraunhofer UMSICHR wesentlich für die Auslegung und Optimierung der großtechnischen Methanolproduktion, zu der die Pilotanlage am Ende der Versuchsreihe von Oberhausen ins Carbon2Chem-Technikum nach Duisburg umziehen soll.

Derzeit wird die Pilotanlage an Gasversorgung und Steuerung erweitert, so das Projektkonsortium. Dadurch soll Synthesegas mit einem beliebigen Verhältnis zwischen Kohlendioxid und Kohlenmonoxid simulieren zu können. Darüber hinaus werden zusätzliche Messgeräte installiert – etwa Gasanalysatoren und Temperatursensoren. Die aus den Messgeräten gewonnenen Daten sollen eine detaillierte Auswertung des Hüttengases, Synthesegases und der Katalysatoraktivität ermöglichen. (vb)

www.umsicht.fraunhofer.de