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Milliardenmarkt: Intelligente Messsysteme

Bis 2025 soll der Markt für intelligente Messsysteme für Gas 1,62 Milliarden US-Dollar schwer sein. Das ergab eine Studie von Frost & Sullivan.

Das Marktforschungsunternehmen Frost & Sullivan Limited hat den globalen Markt für intelligente Messsysteme (iMSys) in der Gasbranche genauer unter die Lupe genommen: In Ihrer großangelegten Studie „Global Smart Gas Meter Market, Forecast to 2025“ beleuchten sie aktuelle Trends und Markttreiber ebenso wie Marktbarrieren, Umsatzprognosen und Wettbewerberprofile für Gaszähler, die an eine Kommunikationsinfrastruktur angebunden sind und Zählerdaten an Messtellenbetreiber senden.

Weltweites Wachstum

Foto: Frost & Sullivan

Eine Milliarde US-Dollar: Das waren die globalen Einnahmen aus den in der Studie betrachteten Gaszählern im Jahr 2017. Knapp über ein Drittel der weltweiten Zähler-Lieferungen am Gasmarkt gehörten zu jenen, die Zählerdaten kommunizieren können. Auf Deutschland gesehen, sind die Zahlen jedoch noch etwas schmächtiger. Frost & Sullivan gaben in ihrer Studie an, dass 2017 nur 18 Prozent aller verkauften Gaszähler zu den IMSys gehörten. Und trotzdem sehen sie in der Bundesrepublik einem stetig steigenden Anteil an solchen Zählern entgegen. So soll in den nächsten fünf Jahren deren Anteil auf 47 Prozent anwachsen. Global soll der Markt Ende 2025 1,62 Milliarden US-Dollar erreichen – mit einer jährlichen Wachstumsrate von 5,9 Prozent. „Der Markt für Energiemanagementsysteme sowie Angebote im Bereich metering-as-a-service werden weiter zunehmen“, wie Dr. Maximilian-Eckart Wernicke, Energy & Environment Senior Consultant bei Frost & Sullivan, sagt.

Markttreiber und Marktbarrieren

Auf dem europäischen Markt gilt vor allem die gesetzliche Vorgabe der EU-Richtlinie 2009/72 EG als Treiber für intelligente Messsysteme bei Strom und Gas. Gemäß dieser Richtlinie sind die EU-Mitgliedsstaaten der Europäischen Union verpflichtet, eine Kosten-Nutzen-Analyse zur Einführung von intelligenten Messsystemen bei Strom- und Gaszählern durchzuführen. Die Länder, für die ein Wirtschaftlichkeitsnachweis solcher Messsysteme erbracht wurde, sind verpflichtet die Einführung zu veranlassen – in der Strombranche ist das auch bekannt unter dem Begriff Smart Meter-Rollout. Ähnlich verhält es sich in der Gasbranche. So führen Frankreich, Luxemburg, die Niederlande, Österreich und Großbritannien derzeit intelligente Messsysteme ein, wie Dr. Wernicke berichtet. In Deutschland kam eine Kosten-Nutzen-Analyse allerdings zu dem Schluss, dass die von der EU vorgeschlagene allgemeine Einbaupflicht aus wirtschaftlicher Sicht nicht vorteilhaft ist. Wie Dr. Wernicke betont, beruht daher in Deutschland die Nachfrage nach intelligenten Messsystemen in der Gasbranche für Privatverbraucher derzeit hauptsächlich auf dem sukzessiven Austausch technisch obsoleter Gaszähler. In der Asien-Pazifik-Region wächst nach Angaben der Studie die Nachfrage, was den Markt in den kommenden fünf Jahren anspornen dürfte. Hier sticht die Prognose für China heraus: Bis 2025 soll die Volksrepublik aufgrund einer zunehmenden Anzahl an Wohnungsanschlüssen der zweitgrößte regionale Markt werden. Nicht zuletzt sei das wachsende Bewusstsein für Energieeffizienz einer der Trends, die dem globalen Markt für intelligente Gaszähler zugutekommt. Sorgen um die Komplexität, Datensicherheit und Kosten blieben derzeit aber trotzdem noch Markt-Hemmnisse.

Kontakt: Frost & Sullivan, Dr. Maximilian-Eckart Wernicke, 60487 Frankfurt am Main, Tel. +49 (0)69 77033 0, maximilian.wernicke@frost.com