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Neue Greenpeace Energy-Studie zum Bedarf an grünen Gasen veröffentlicht

26.09.2019

Deutschland muss für einen erfolgreichen Klimaschutz massiv auf erneuerbaren Wasserstoff setzen. Zu diesem Schluss sind nun zwei von der Greenpeace Energy eG beauftragte Analysen, die vom Wuppertal Institut und Energy Brainpool durchgeführt wurden, gekommen. Demnach soll der Bedarf an erneuerbar erzeugtem Wasserstoff und die daraus hergestellten Treibstoffe im künftigen Energiesystem bei 1.089 Terawattstunden im Jahr liegen und somit höher sein als der Bedarf an grünem Strom mit 959 Terawattstunden. Marcel Keiffenheimer, Leiter Politik und Kommunikation bei Greenpeace Energy hebt hevor: „Damit diese Gasmenge wirklich grün ist, müssen die dafür nötigen Elektrolyseure auch mit grünem Strom laufen. Hier setzt die Bundesregierung mit ihrem Klimaschutzpaket gerade völlig falsche Signale. Zwar will sie endlich Wasserstoff fördern, zugleich vernachlässigt die Politik aber sträflich den Ausbaue der Wind- und Solarenergie.“

Bei ihren Berechnungen haben die Mitarbeiter des Wuppertal Instituts und von Energy Brainpool die größtmögliche Energieeffizienz und entsprechende Einsparungen zugrunde gelegt. „Doch auch wenn wir den Verkehrssektor maximal elektrifizieren, werden für den Flugverkehr, die Seeschifffahrt und relevante Teile des Lkw-Verkehrs batterieelektrische Antriebe noch für viele Jahre keine Option sein“, erklärte Karin Arnold vom Wuppertal Institut, das den Verkehrsbereich für Greenpeace Energy untersucht hatte. Arnold beziffert den Energiebedarf eines emissionsfreien Verkehrssektors auf 355 TWh im Jahr. Davon entfallen 107 TWh auf Grünstrom, der direkt durch batterieelektrische Mobilität genutzt wird, mit 249 TWh aber deutlich mehr als das Doppelte auf erneuerbare Gase und synthetische Kraftstoffe, vor allem für den Flugverkehr.

Fabian Hauke von Energy Brainpool geht davon aus, dass um das Jahr 2040 bis zu 115 Gigawatt an Elektrolyseuren in Deutschland wirtschaftlich betrieben werden können. Um der Technologie in der Bundesrepublik zum Durchbruch zu verhelfen, schlägt Greenpeace Energy ein zeitlich und im Volumen begrenztes Marktanschubprogramm vor. „Dabei sollten Elektrolyseure aber nur an netzdienlichen Standorten und bei energiewendedienlicher Betriebsweise gefördert werden“, so Marcel Keiffenheim. Bei einer energiewendedienlichen Betriebsweise laufen Elektrolyseure in Stunden mit besonders hohem Erneuerbaren-Anteil an der Stromerzeugung. Nach Analyse von Energy Brainpool wären 3.000 Betriebsstunden jährlich ein passender Wert, der auch die nötige Wirtschaftlichkeit der Anlagen sichert. Nur in diesen Stunden sollten die Anlagen von den sonst üblichen Abgaben und Umlagen auf den Strombezug befreit oder mit einem Betrag in dieser Höhe gefördert werden. (vb)

www.greenpeace-energy.de