Slider

SmartQuart – Reallabor der Energiewende

19.12.2019

Unter Federführung der innogy SE hat ein Konsortium mit Beteiligung der Viessmann Group und acht weiteren Partnern ein neues Projekt erarbeitet, das fossile Energieträger in Stadtquartieren überflüssig machen soll. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat dem als „Reallabor der Energiewende“ bezeichneten Projekt SmartQuart Mitte Dezember 2019 einen Förderbescheid in Höhe von mehr als 8,5 Millionen Euro übergeben. In den Städten Essen und Bedburg sowie Kaisersesch sollen nun Stadtquartiere in sich und miteinander vernetzt werden, um einen systemischen Verbund für den Energieaustausch untereinander zu bilden.

Übergabe des Förderbescheids für das erste Reallabor der Energiewende im Berliner Wirtschaftsministerium. Mit dabei: Jan Heiner, Projektleiter bei Viessmann. Foto: Viessmann Werke GmbH & Co. KG

„Reallabore der Energiewende“ sind eine neue Fördersäule im 7. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung. Unternehmen erproben dabei in einer Region den realen Betrieb von neuen Technologien in großem Maßstab. Dabei analysieren sie auch gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Forschung die Wechselwirkungen mit dem Energiesystem und der Gesellschaft. Vor Ort zeigt sich, wie Akteure und Technologien der Energiewende interagieren. „Zentrales Projektelement von SmartQuart ist der Austausch von Energie und die intelligente Vernetzung innerhalb und zwischen den Quartieren. Verbrauch und Erzeugung werden dabei schon auf lokaler Ebene optimiert. Dabei werden die unterschiedlichen Sektoren innerhalb der Quartiere miteinander gekoppelt. So soll ein ganzheitliches, nachhaltiges und skalierbares Quartierskonzept für eine erneuerbare Energie- und Wärmeversorgung demonstriert werden“, erklärt Dr. Philipp Werdelmann, Projektleiter von SmartQuart bei innogy.

Die Quartiere

Im Quartier Bedburg wird eine lokale Quartiersenergie mit Fokus auf Wärme und Haushaltsstrom errichtet. Die Energie soll vor Ort durch eine neue Windkraftanlage, die im Zuge der Erweiterung des örtlichen Windparks entstehen wird, und in neuen PV-Anlagen erzeugt. Zusätzlich werden zentrale und dezentrale Wärmepumpen je Haus installiert.

In der ländlich geprägten Verbandsgemeinde Kaisersesch soll dagegen ein wasserstoffbasiertes Microgrid aufgebaut werden. Es soll die Erzeugung, Umwandlung, Speicherung, Verteilung und Nutzung der regenerativen Energie in den Sektoren Wärme, Strom, Mobilität sowie Industrie gewährleisten. „Das Projekt SmartQuart zeigt hier auch eindrucksvoll, welche Beiträge Wasserstoff im Wärmemarkt und Gebäudebereich für eine integrierte Energiewende leisten kann. Unseres Erachtens muss der Wärmemarkt als größter Gasverbraucher deshalb in der Nationalen Strategie Wasserstoff neben den wichtigen Anwendungen in der Industrie und Mobilität ebenfalls Berücksichtigung finden”, sagt Jan Heiner, Projektleiter bei Viessmann, anlässlich der Übergabe des Förderbescheids. Das Familienunternehmen ist mit Brennwert- und Brennstoffzellenheizgeräten vertreten, die mit Wasserstoff betrieben werden.

In Essen entsteht im Literaturquartier – dem ehemaligen Gelände der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung – ein Quartier, das sowohl Wohngebiet, Kleingewerbe als auch Büro- und Hotelgebäude aufweist. Mit einer PV- und Hybrid-PV-Anlage soll für die für das Quartier nötige Energie erzeugt werden. Zusätzlich sind Ladesäulen sowie e-Car- und Bike-Sharing als Mobilitätsangebote geplant. Ein zentraler Quartiersspeicher mit intelligentem Energie-Management soll für den Ausgleich von Verbrauch und Erzeugung im Quartier sorgen.

Das Reallabor SmartQuart wird bei der Umsetzung im Konsortium von der gridX GmbH, Hydrogenious Technologies GmbH, OFB Projektentwicklung GmbH, RWTH Aachen, Stadt Essen, Stadt Bedburg, Verbandsgemeinde Kaisersesch, der Viessmann Werke GmbH & Co. KG sowie den assoziierten Partnern RWE Power AG, Siemens AG und der H2 MOBILITY Deutschland GmbH & Co. KG unterstützt. (vb)

www.viessmann.de