Zustandsüberwachung rund um die Uhr

Daten über den Zustand des Gas-Messsystems stehen mit Measurement IQ for Gas auf PC, Tablet oder Smartphone jederzeit zur Verfügung. Foto: Honeywell Process Solutions GmbH

Measurement IQ for Gas

Selbst ein kleiner Fehler in den primären und/oder sekundären Messwerten von Gasversorgern kann gravierende Auswirkungen haben. Minimale Ungenauigkeiten summieren sich schnell – mit monetären Folgen. Hinzu kommen enge Gewinnspannen, breiter gefächerte Kohlenwasserstoffgemische und immer mehr Pipelines mit Verunreinigungen im Gas. Eine genaue Zustandsüberwachung des Messsystems mit detaillierten Diagnosedaten und aussagekräftigen Analyseergebnissen ist damit für einen sauberen Betriebsablauf unabdingbar. Dabei ist die größte Herausforderung, alle Geräte über den Globus hinweg gleichzeitig im Blick zu haben. Smart Metering ist die Schlüsseltechnologie, um solchen Anforderungen gerecht zu werden. Connected Plant Measurement IQ for Gas von Honeywell Process Solutions nutzt genau diese Technologie, um Gasversorger bei der Überwachung ihrer Messsysteme zu unterstützen.

Vernetzungslösung für Echtzeit-Überwachung

Daten über den Zustand des Gas-Messsystems stehen mit Measurement IQ for Gas auf PC, Tablet oder Smartphone jederzeit zur Verfügung. Foto: Honeywell Process Solutions GmbH

„Measurement IQ for Gas hat das Potenzial, die Wartung von Messgeräten zu revolutionieren“, sagt Eric Bras, Global Product Marketing Manager Ultrasonic bei Honeywell. „Man stelle sich vor, dass Bediener und Führungsteams in Echtzeit Warnungen erhalten, wenn wichtige Grenzwerte überschritten werden. Und, dass Daten für Benutzer unternehmensweit freigegeben werden und auf dieser Grundlage zusammengearbeitet werden kann, um von der gesamten Fachkompetenz des Unternehmens zu profitieren“, beschreibt Bras und ergänzt: „Mit einer Vernetzungslösung ist das möglich.“ Die Software Measurement IQ ermöglicht die nötige Echtzeit-Überwachung, um vorausschauende Instandhaltungsmaßnahmen zu ergreifen. Mittels eines Datenerfassungsgerätes – dem Honeywell Edge Device Control EdgeRTU – werden in Kombination mit Measurement IQ erfasste Daten online an das Rechenzentrum von Honeywell übertragen, sicher gespeichert und über ein webbrowser-basiertes Dashboard für befugte Benutzer im gesamten Unternehmen auf PCs oder aber mittels der Honeywell Experion App auf Tablets und Smartphones zugänglich gemacht. Die Daten stehen somit jederzeit und überall dort zur Verfügung, wo sie gerade benötigt werden. Dabei kann Measurement IQ neben Gaszählern zusätzlich Daten von Temperatur und Drucksensoren, Gaschromatographen und Flowcomputern erheben und damit einen Rundum-Überblick über die Leistungen der Messanlage gewähren.

Für die Übertragung der gewonnenen Daten setzt Honeywell im Bereich der Cloud-Infrastrukturen auf Microsoft Azure. Für die Datenspeicherung in der Europäischen Union werden ausschließlich Server innerhalb der EU eingesetzt. Die Transportverschlüsselung erfolgt mittels eines IPSEC verschlüsselten Tunnels in die Microsoft Azure Cloud, in dem die Daten mit AES-256 kodiert werden. In der kundenspezifischen Honeywell Measurement IQ Instanz kommt für die Datenbankverschlüsselung die Transparent Data Encryption, die auf Basis von AES-256 implementiert ist, zum Einsatz.

Zielgerichtete Wartung

Durch den Vergleich der Momentaufnahmen mit den ständig von allen Geräten gewonnenen Messdaten kann ein Leistungsabfall oder auch der bevorstehende Ausfall eines Gerätes festgestellt werden, lange bevor kritische Grenzwerte erreicht werden. Der Benutzer erhält daraufhin entsprechend eine Handlungsaufforderung. So können Wartungstätigkeiten auf die Stellen beschränkt werden, an denen sie tatsächlich gebraucht werden, anders als bei zeitbasierten oder risikobasierten Wartungen, die mitunter Fehler zwischen geplanten Wartungsarbeiten nicht berücksichtigen oder aber Wartungen vornehmen lassen, obwohl diese noch nicht benötigt werden. Durch die kontinuierlichen Messdaten können Kalibrierintervalle zudem auf Grundlage der Diagnosehistorie über die behördlich vorgesehenen Mindestintervalle hinaus ausgedehnt werden. „Bei einer zweijährlichen statt jährlichen Kalibrierung können Unternehmen so 50.000 Dollar pro Jahr einsparen“, wie Bras betont. Zusätzlich werde die Messunsicherheit auf 0,08 Prozent reduziert. Zudem soll die zustandsbasierte Überwachung und Wartung durch weniger Technikereinsätze, weniger LAUF1-Gas, geringere Ausfallzeiten und höhere Messgenauigkeit im Unternehmen spürbar sein. „All das führt letztlich zu einem effizienteren, zuverlässigeren und sicheren Betrieb“, wie Bras zusammenfasst.

Derzeit liegt der Fokus der Vernetzungslösung noch ausschließlich auf Ultrasonic Messgeräten, wie Honeywell mitteilt. Dies sei vor allem darin begründet, dass bei dieser speziellen Geräteklasse schon minimale Abweichungen der Messwerte über sehr kurze Zeiträume ein massives Risiko für Kunden darstelle. So würde ein unregelmäßiger Fehler mit einer Abweichung von 0,5 Prozent Genauigkeit bereits mit mehreren 10.000 Euro zu Buche schlagen. Measurement IQ for Gas ist zudem noch auf Honeywell Messgeräte beschränkt. Das soll sich allerdings im Jahr 2019 ändern, wie das Unternehmen betont. Dann sollen Fremdhersteller wie Sick, Krohne oder Emerson ebenfalls unterstützt werden. Daneben arbeite Honeywell bereits an der Integration von Turbinenradzählern an das Measurement IQ for Gas-System.

AR und VR in der Gasbranche

Bei AR und VR werden digitale Hinweise beim Wartungstraining des Anlagenpersonals eingeblendet. Foto: Honeywell Process Solutions GmbH

Mit Produkten auf Basis von Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) hat Honeywell weitere Angebote, die moderne Technologien speziell in die Gaswirtschaft bringen sollen. Connected Plant Immersive Competency nennt sich ein Teilbereich von Honeywell Process Solutions, der die cloudbasierten Simulationswerkzeuge AR und VR kombiniert und damit das Training und die Wartung durch das Anlagenpersonal unterstützt. So entwickelte Honeywell beispielsweise bei seinen Q.Sonic Mehrwege- Ultraschall-Durchflussmessern eine AR-Anwendung für den Pipeline- Bereich, die Feldpersonal durch seltene aber systemkritische Wartungsaufgaben führt. „Unsere Erfahrungen zeigen, dass AR-basierte Schulungen gegenüber alternativen Methoden wie dem passiven Beobachten von Ausbildungskräften oder Lernvideos bevorzugt werden“, unterstreicht Annemarie Diepenbroek, Senior Product Manager bei Honeywell, die Attraktivität und ergänzt: „Außerdem besteht ein ausgeprägter Bedarf nach kürzeren, zielgerichteten Anweisungen, die je nach Bedarf abrufbar sind. Virtuelle Technologien sind ideal geeignet, diese speziellen Anforderungen zu erfüllen.“ Zurzeit arbeitet Honeywell auch an einem AR-basiertem Schulungstool für den Balgenzähler AC-250 von American Meter. Hier können Benutzer mithilfe von Microsoft-HoloLens-Brillen oder Android- bzw. iOS-Tablets 3D-Modelle eines AC-250 betrachten, bewegen und bearbeiten.

Kontakt: Honeywell Process Solutions GmbH, Max Gutberlet, 63067 Offenbach, Tel. +49 (0)69–80 64 0, industrieautomation@honeywell.com

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